Nach dem der Bundestag Ende Juni dem geänderten Energiegesetz zugestimmt hat, werden viele Möglichkeiten, den Strombedarf mit erneuerbaren Energien zu decken, neu bewertet. Doch kann der steigende Energiehunger in einer Industrienation mit regenerativen Energien gedeckt werden?
Windenergie liefert bereits einen wichtigen Beitrag zur Deckung des Strombedarfs. In einigen Bundesländern beträgt der Anteil am Nettostrombedarf schon knapp 50% (Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Schleswig Holstein und Sachsen-Anhalt).
Die Summe macht’s
Modular aufgebaute Kleinstwasserkraftwerke, Solarzellen und die Nutzung von Windenergie sind durchaus in der Lage einen großen Beitrag zur Stromerzeugung zu leisten. Insbesondere im ländlichen Raum gibt es Kommunen, die auf diese Weise mehr Strom erzeugen, als sie verbrauchen und durch die Einspeisevergütung zusätzliche Einnahmen generieren können. In Ballungszentren hingegen stehen einerseits weniger Möglichkeiten zur Verfügung natürliche Ressourcen zu nutzen und andererseits ist genau dort der Energiebedarf durch Industrie und Wirtschaft besonders hoch. Womit sich die Frage stellt, wie diese Lücke geschlossen werden kann.
Des Weiteren sind Wind- und Sonnenenergie nicht grundlastfähig. Das heißt, ihre Verfügbarkeit ist nicht zu jedem Zeitpunkt garantiert. Unser modernes Leben ist jedoch davon abhängig, dass Energie permanent verfügbar ist.
Windparks und Wasserkraft zum Zwischenspeichern
Die vorhandene Windmenge in Deutschland genügt zumindest rechnerisch, um den gesamten Energiebedarf mit Windenergie zu decken. Dazu bedarf es jedoch gigantischer Anlagen, deren Realisierung nicht nur teuer ist, sondern – je nach Standort – auch von der Bevölkerung akzeptiert werden muss. Statt hier und da eine Handvoll Windräder, wie man sie bereits jetzt allenthalben finden kann, müsste man in Zukunft sehr viele Windparks mit hundert oder mehr Windrädern bauen. Dimensionen also, die bislang nur als Off-Shore-Anlagen auf dem Meer realisiert wurden.
Darüber hinaus besteht weiterhin das Problem der Verfügbarkeit regenerativer Energien. Es gilt, Möglichkeiten zu entwickeln, die erzeugte Energie zwischenzuspeichern. Obwohl technologisch interessante Ansätze hierfür existierten, sind derzeit die wenigsten davon marktreif oder wirtschaftlich sinnvoll. Allein Pumpspeicherwerke sind bereits jetzt in der Lage, Lösungen in den geforderten Größenordnungen anzubieten. Doch auch hier stehen dem Aus- und Neubau solcher Anlagen Interessen des Naturschutzes gegenüber. Es wird daher auch eine Frage der politischen Kompromissfähigkeit sein, in welchem Umfang die Windenergie ausgebaut werden kann.
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